Ich suche dich.
In Gesichtern.
In Kindern in deinem Alter.
Manchmal sogar in älteren Kindern, weil ich mich frage, wie du heute aussehen würdest.
Wären deine Haare noch blond?
Hättest du immer noch deinen Lockenkopf?
Hätte sich deine Augenfarbe verändert?
Wie groß wärst du heute?
Welche Kleidergröße würde ich für dich kaufen?
Was wäre dein Geschmack?
Welchen Style hättest du?
Würdest du noch immer dein Lieblingsgericht verlangen oder hättest du längst etwas Neues entdeckt?
So viele kleine Fragen.
Und keine einzige Antwort.
Denn ich vermisse nicht nur den Jungen, den ich kannte.
Ich vermisse auch den Jungen, der du heute wärst.
Den, den ich nie kennenlernen werde.
Manchmal sehe ich ein Kind und für einen kurzen Moment bleibt mein Blick hängen.
Nicht weil ich glaube, dass du es bist.
Sondern weil ich nach etwas Vertrautem suche.
Eine Haarsträhne.
Ein Blick.
Eine Bewegung.
Irgendetwas, das mich für einen Augenblick an dich erinnert.
**Du fehlst jedes Mal anders.**
Manchmal fehlst du mir als Erinnerung.
Manchmal in einem ganz gewöhnlichen Moment.
Und manchmal fehlst du mir in der Zukunft.
In all den Versionen von dir, die ich mir nur noch vorstellen kann.
Ich vermisse dich einfach.
Und dann frage ich mich:
Wie habe ich es eigentlich bis hierher geschafft?
Menschen sagen mir, ich sei stark.
Aber bin ich wirklich stark?
Oder blieb mir einfach keine andere Wahl?
Ich bin weitergegangen, weil die Tage weitergingen.
Ich bin aufgestanden, weil wieder Morgen wurde.
Ich habe funktioniert, weil das Leben Dinge von mir verlangt hat.
Aber Stärke?
Ich weiß es nicht.
Ich bin ungern hier ohne dich.
Vielleicht ist das die ehrlichste Antwort, die ich geben kann.
Und trotzdem bin ich hier.
Manchmal lächle ich, während die Tränen schon in meinen Augen stehen.
Beides überschneidet sich.
Das Leben und die Trauer.
Das Lächeln und die Tränen.
Das Weitergehen und der Wunsch, noch einmal zurückzugehen.
Vielleicht sieht Stärke von außen anders aus, als sie sich von innen anfühlt.
Von außen sieht man einen Menschen, der weiterlebt.
Von innen sehe ich eine Mutter, die ihr Kind überall sucht.
In Gesichtern.
In Erinnerungen.
In der Zukunft.
Und immer wieder in der Frage:
**Wie würdest du heute aussehen?**
Ich suche dich
Wenn du gerade hier bist, trägst du vielleicht etwas Schweres in dir. Du musst es nicht alleine tragen.
Nimm dir einen Moment. Atme. Und geh in deinem Tempo weiter.
SanielyaDu musst diesen Weg nicht alleine gehen
Wenn du dir Begleitung wünschst – in Gesprächen oder durch sanftes Yoga – bin ich für dich da.
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