Manchmal frage ich mich, was schwerer wiegt.
Der Verlust.
Oder die Menschen, die sich danach langsam zurückziehen.
Sie melden sich seltener.
Sie laden mich nicht mehr ein.
Sie grüßen nur flüchtig.
Manche schauen weg.
Und ich frage mich:
Ist das Hilflosigkeit?
Oder Ignoranz?
Vielleicht sind sie mit meiner Trauer überfordert.
Nicht weil sie gleichgültig sind.
Sondern weil sie Angst haben, die falschen Worte zu finden.
Vielleicht möchten sie mich nicht verletzen.
Vielleicht glauben sie, sie stören mich, wenn sie von ihrem Alltag erzählen.
Von ihrem Urlaub.
Von ihrem Ärger im Büro.
Von den kleinen Sorgen des Lebens.
Vielleicht schämen sie sich sogar dafür.
Weil sie denken, ihr Schmerz sei nichts im Vergleich zu meinem.
Vielleicht haben sie selbst noch nie einen Menschen verloren, den sie über alles geliebt haben.
Vielleicht kennen sie Trauer nur aus Erzählungen.
Und wissen deshalb nicht, wie sie einem Menschen begegnen sollen, dessen Leben für immer verändert wurde.
Vielleicht rede ich es mir aber auch nur schön.
Vielleicht ist es keine Hilflosigkeit.
Vielleicht ist es tatsächlich Ignoranz.
Vielleicht möchten manche Menschen einfach nicht an den Tod erinnert werden.
Nicht an ihre eigene Verletzlichkeit.
Nicht an die Möglichkeit, dass auch ihr Leben sich von einem Moment auf den anderen verändern kann.
Ich werde wahrscheinlich nie erfahren, was in ihnen vorgeht.
Und vielleicht muss ich das auch nicht.
Denn egal, ob es Hilflosigkeit oder Ignoranz ist – ich kann es nicht kontrollieren.
Was ich kontrollieren kann, ist mein eigener Weg.
Ich trage bereits genug.
Ich trage meine Trauer.
Meine Erinnerungen.
Meine Sehnsucht.
Ich muss nicht zusätzlich die Verantwortung dafür übernehmen, wie andere mit meinem Schmerz umgehen.
Vielleicht werden manche zurückkommen.
Vielleicht auch nicht.
Aber ich möchte meinen Frieden nicht davon abhängig machen.
Ich gehe weiter.
Nicht, weil es leicht ist.
Sondern weil ich gelernt habe, dass ich nicht jede Last tragen muss.
Manche Lasten gehören den anderen.
Und manche Wege muss jeder Mensch selbst lernen zu gehen.
Hilflosigkeit oder Ignoranz?
Wenn du gerade hier bist, trägst du vielleicht etwas Schweres in dir. Du musst es nicht alleine tragen.
Nimm dir einen Moment. Atme. Und geh in deinem Tempo weiter.
SanielyaDu musst diesen Weg nicht alleine gehen
Wenn du dir Begleitung wünschst – in Gesprächen oder durch sanftes Yoga – bin ich für dich da.
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